Frankfurter Journal beim Besuch im Robo-Studio

Quinn (l.) und Niharsh bauen an ihrem Lego-Roboter und lassen ihn gleich losfahren

Programmieren mit Freude

Die Finger des siebenjährigen Quinn bewegen sich über den großen Bildschirm vor ihm. Er programmiert gerade einen Befehl während der gleichaltrige Niharsh am Tisch nebenan sitzt und am Lego-Roboter baut. Die beiden lernen gerade spielerisch den Umgang mit Motoren und Sensoren an Lego WeDo mit einem selbstgebauten Roboter, an dem Geschwindigkeit, Reibung und Zugkraft veranschaulicht wird. Es ist bereits ihr vierter Besuch im neueröffneten Robo-Studio von Detlev Barthel und seiner Familie. „Mir gefällt es, die Sachen zu programmieren“, sagt Quinn und Niharsh fügt hinzu: „Ich finde es toll, dass die Roboter sich so bewegen.“ Seit Mitte März werden im Robo-Studio Kurse für Kinder ab fünf Jahren angeboten, die sich auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fokussieren.

Dass großes Interesse seitens der Kinder besteht, weiß Barthel von seinen eigenen Söhnen. Aber die Art der Vermittlung sei für sie in der Schule nicht faszinierend genug gewesen. „Uns geht es darum, Lernen zum Erlebnis zu machen und Freude am Lernen zu vermitteln“, sagt der Gründer, der selbst DiplomPhysiker ist. Deshalb steht im Fokus der Wissensvermittlung des RoboStudios die Begeisterung und Inspiration, in einem Umfeld, in dem sich jeder vertraut fühlt und wo das Lernen dann auch leichter fällt. Der Ansatz des Konzepts liegt bei der frühkindlichen Bildung und Förderung in den vermittelten Fächern. Welche Kurse dabei angeboten werden, richtet sich nach dem Markt. „Wir schauen immer, was hier noch fehlt“, erklärt Barthel. Zurzeit gibt es sieben verschiedene Kurse im Robo-Studio, die drei Monate andauern und einmal pro Woche in einer Doppelstunde stattfinden. Ziel ist es, nachhaltig von den Kursen zu profitieren. Neben dem Erlernen bestimmter Fähigkeiten geht es um eine positive Einstellung zur Wissensgewinnung. Die Freude am Lernen soll jeden Kursteilnehmer immer begleiten.

Für die Kleinsten, die noch nicht lesen und schreiben können, gibt es Programmierkurse wie Kibo und Scratch Jr., die nur mit Symbolen und Animationen arbeiten. Neben Lego WeDo können sich Fortgeschrittene an Lego EV3 mit eigenen Robotern versuchen oder verschiedene Programme mithilfe einer grafischen Sprache für den humanoiden Roboter Nao zusammenstellen. Tiefe Einblicke in die Welt des Programmierens erhalten Kinder ab zwölf Jahren mit Java und beim 3D-Kurs werden Bilder am Bildschirm gezeichnet, die dann in richtige Objekte transformiert werden. Für die Kurse können sich jeweils sechs bis acht Kinder anmelden und jeder Kurs wird von zwei Lehrkräften betreut. Im Sommer soll es einen neuen Kurs geben, der sich mit Solarzellen beschäftigt. Zudem wolle man in Zukunft mit den Angeboten auch mehr Mädchen ansprechen.

Martina Schumacher

JOURNAL FRANKFURT Nr. 11 | 17

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